Die häufigste Frage, die ich in Erstgesprächen höre: "Was kostet eine Website?" Und die ehrlichste Antwort, die ich geben kann: Es kommt darauf an — aber nicht so, wie die meisten denken. Nicht die Seitenzahl bestimmt den Preis. Nicht die Farbe des Logos. Sondern was die Website leisten soll.
Deshalb hier: Eine ehrliche Aufschlüsselung der Website-Kosten 2026. Ohne "ab"-Preise, die in der Praxis nie gelten. Ohne "individuell" als Ausrede für intransparente Kalkulation. Echte Zahlen aus dem echten Markt.
Option 1: Baukasten. 0 bis 600 Euro pro Jahr.
Wix, Squarespace, Jimdo, Ionos. Die Self-Service-Lösung. Sie wählen ein Template, füllen Texte ein, drücken auf Veröffentlichen. Kosten: 0 Euro (mit Subdomain und Werbung) bis circa 50 Euro pro Monat für eine werbefreie Custom-Domain-Version.
Für wen das funktioniert: Hobby-Projekte. Portfolio-Seiten für Studenten. Temporäre Event-Seiten. Alles, wo es nicht auf Auffindbarkeit, Geschwindigkeit und professionelle Wahrnehmung ankommt.
Warum es für Unternehmen problematisch ist:
Baukästen produzieren aufgeblähten HTML-Code, der Core Web Vitals verschlechtert. Sie bieten keine oder kaum Kontrolle über Schema.org-Markup, robots.txt oder technisches SEO. Die Template-Ästhetik ist sofort erkennbar — Kunden spüren den Unterschied, auch wenn sie ihn nicht benennen können. Und für KI-Sichtbarkeit fehlen die technischen Hebel fast vollständig.
Ein Baukasten ist wie ein Fertighaus. Bewohnbar — aber niemand verwechselt es mit Architektur.
Option 2: WordPress + Theme. 2.000 bis 6.000 Euro.
Die meistgewählte Option im Mittelstand. Ein WordPress-System mit einem Premium-Theme, angepasst von einem Freelancer oder einer kleinen Agentur. Typische Lieferzeit: 4 bis 8 Wochen.
Vorteile: Flexibel, erweiterbar, großes Plugin-Ökosystem. Viele Freelancer beherrschen das System, was Anbieter-Abhängigkeit reduziert.
Nachteile: WordPress ist ein CMS — es lädt PHP, Datenbank-Queries, Plugin-JavaScript. Selbst bei guter Optimierung erreichen WordPress-Seiten selten die Performance-Werte einer statischen Website. Die Plugin-Abhängigkeit erzeugt Wartungsaufwand und Sicherheitsrisiken. Und der Page-Builder-Code (Elementor, Divi) produziert DOM-Bloat, der Core Web Vitals verschlechtert.
Realistische Preisstruktur: 2.000-3.000 Euro für ein angepasstes Theme ohne individuelles Design. 4.000-6.000 Euro für ein Custom-Design auf WordPress-Basis. Plus 50-150 Euro monatlich für Hosting, Updates und Sicherheit.
Option 3: Handcodierte Website. 4.000 bis 10.000 Euro.
Kein CMS. Kein Page-Builder. Reines HTML, CSS und JavaScript, maßgeschneidert für das Unternehmen. Das ist, was wir bei acessio machen — und es hat Gründe.
Performance: Statische HTML-Seiten laden in unter einer Sekunde. Keine Datenbank-Queries, kein PHP-Overhead, kein Plugin-Bloat. Core Web Vitals: durchgängig grün.
Sicherheit: Keine Angriffsfläche für WordPress-Exploits, Plugin-Vulnerabilities oder SQL-Injection. Eine statische Seite kann nicht gehackt werden — es gibt keinen Server-Code, der ausgenutzt werden könnte.
KI-Sichtbarkeit: Volle Kontrolle über Schema.org, robots.txt, llms.txt, strukturierte Daten. Jedes Signal, das KI-Systeme auswerten, kann präzise gesteuert werden.
Realistische Preisstruktur: 4.000-6.000 Euro für eine Unternehmensseite mit 5-8 Seiten inklusive Design, Texte, SEO-Setup. 7.000-10.000 Euro für umfangreichere Projekte mit Branchen-Unterseiten, Blog, Booking-Integration. Hosting: 5-20 Euro pro Monat (statisches Hosting ist günstig).
Option 4: Agentur. 12.000 bis 50.000+ Euro.
Full-Service-Agenturen in Stuttgart berechnen typisch 12.000-25.000 Euro für eine Unternehmenswebsite. Enterprise-Projekte mit Shop, Mehrsprachigkeit und CRM-Integration liegen bei 30.000-50.000+ Euro.
Was den Preis treibt: Projektmanagement-Overhead (Account Manager, Projektleiter, QA). Mehrere Abstimmungsrunden mit mehrtägigen Feedback-Schleifen. Agentur-Infrastruktur: Büro, Verwaltung, Vertrieb. Gewinnmarge, die den Einzelposten-Preis oft verdoppelt.
Wann eine Agentur sinnvoll ist: Bei komplexen Projekten, die verschiedene Spezialisten erfordern — UX-Research, Motion Design, Backend-Entwicklung, Content-Strategie. Bei Enterprise-Kunden mit internen Abstimmungsprozessen und Compliance-Anforderungen.
Wann eine Agentur Overkill ist: Für die meisten KMU. Ein lokaler Optiker, eine Anwaltskanzlei, ein Handwerksbetrieb braucht keine Agentur mit 15 Mitarbeitern. Ein spezialisierter Freelancer liefert schneller, direkter und günstiger — bei gleichem oder besserem Ergebnis.
Agenturen verkaufen Prozesse. Freelancer verkaufen Ergebnisse.
Die versteckten Kosten, die niemand nennt.
Hosting: 5-150 Euro pro Monat, je nach System. Statische Sites: 5-20 Euro. WordPress: 20-50 Euro. Managed Hosting mit Support: 80-150 Euro.
Domain: 10-20 Euro pro Jahr für eine .de-Domain.
SSL-Zertifikat: Kostenlos (Let's Encrypt) bis 200 Euro pro Jahr (Extended Validation). Für die meisten Unternehmen: kostenlos reicht.
Wartung: WordPress: 50-200 Euro pro Monat für Updates, Backups, Sicherheits-Patches. Statische Seiten: minimal — es gibt nichts zu updaten.
Content-Updates: 50-150 Euro pro Stunde, je nach Anbieter. Bei statischen Seiten: einmalige Einweisung, dann selbst möglich.
SEO und KI-Sichtbarkeit: 500-2.000 Euro pro Monat für laufende Optimierung. Optional, aber zunehmend notwendig. Local SEO ist kein Einmal-Projekt.
Die richtige Frage ist nicht "Was kostet es?"
Die richtige Frage ist: "Was kostet es mich, wenn meine Website nicht performt?"
Eine langsame, schlecht optimierte Website kostet Sie Kunden — jeden Tag. Eine Website ohne Schema-Markup kostet Sie KI-Sichtbarkeit — in einer Welt, in der immer mehr Kunden ChatGPT fragen. Eine Website, die auf Seite 3 bei Google steht, kostet Sie den Local-SEO-Vorsprung, den Ihr Wettbewerber gerade aufbaut.
Die Website ist kein Kostenpunkt. Sie ist eine Investition. Und wie bei jeder Investition gilt: Nicht der niedrigste Preis entscheidet, sondern der beste Return.
Häufige Fragen
Was kostet eine professionelle Website 2026?
Eine professionelle Website kostet 2026 zwischen 3.000 und 25.000 Euro, je nach Umfang. Eine handcodierte Unternehmensseite mit 5-10 Seiten liegt typisch bei 4.000-8.000 Euro. Agenturen berechnen oft 12.000-25.000+ Euro für vergleichbare Projekte.
Lohnt sich ein Baukasten wie Wix oder Squarespace?
Für Hobby-Projekte ja. Für Unternehmen, die über Google und KI-Assistenten gefunden werden wollen, selten. Baukästen produzieren aufgeblähten Code, schlechte Core Web Vitals und bieten wenig Kontrolle über technisches SEO und Schema-Markup.
Freelancer oder Agentur — was ist besser?
Für die meisten KMU ist ein spezialisierter Freelancer die bessere Wahl: direkter Kontakt, schnellere Umsetzung, kein Overhead. Agenturen lohnen sich bei komplexen Projekten mit Shops, Schnittstellen oder mehrsprachigen Anforderungen.