Jemand sucht am Karfreitag nach Ihrem Betrieb, sieht in Google „Geöffnet“, steigt ins Auto und steht zwanzig Minuten später vor einer verschlossenen Tür. Dieser Mensch ruft Sie nicht an, um sich zu beschweren. Er fährt weiter, und ob er wiederkommt, erfahren Sie nicht — manchmal hinterlässt er vorher noch einen Stern.

Der teuerste Fehler passiert nicht im Ranking, sondern vor Ihrer Tür.

Das Feld für die Öffnungszeiten sieht harmlos aus. Es wird beim Anlegen des Profils einmal gefüllt und danach kaum wieder angefasst. Genau darin liegt das Problem: Ein Betrieb ändert seine Zeiten über die Jahre, das Profil ändert sich nicht mit.

Es geht dabei um zwei getrennte Dinge. Das eine ist, was Ihre Kunden erleben. Das andere ist, was Google aus Ihren Angaben schließt. Beides hängt an denselben Feldern, und beides lässt sich in überschaubarer Zeit in Ordnung bringen.

Google kennt drei Arten von Öffnungszeiten, und jede hat ihren Zweck.

Die regulären Öffnungszeiten sind der Wochenrhythmus: Montag bis Freitag, Samstagvormittag, Mittagspause. Das ist die Angabe, die im Profil groß erscheint und an der sich der Hinweis „Geöffnet“ oder „Geschlossen“ orientiert.

Die speziellen Öffnungszeiten sind für Ausnahmen gedacht — Feiertage, Sonderveranstaltungen, ein einzelner Schließtag. Google sieht hier bis zu sechs aufeinanderfolgende Tage vor. Für ein langes Wochenende oder die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr reicht das. Für drei Wochen Betriebsurlaub nicht.

Die weiteren Öffnungszeiten sind ein eigenes Feld für einzelne Leistungen mit abweichenden Zeiten: Lieferung, Abholung, eine Theke, die früher schließt als das Haus. Das ist nur sinnvoll, wenn diese Zeiten wirklich abweichen. Sonst erzeugen Sie beim Leser eine zweite Zahlenreihe, die er mit der ersten vergleichen muss.

Eine falsche Öffnungszeit fällt nicht im Profil auf, sondern an der Tür.

An Feiertagen zeigt Google einen Hinweis, solange Sie nichts bestätigt haben.

Vor gesetzlichen Feiertagen schlägt Google Ihnen das jeweilige Datum zur Prüfung vor. Bestätigen Sie nichts, sehen Nutzer einen Hinweis, dass die Zeiten an diesem Tag abweichen können. Das ist kein Fehler im technischen Sinn, aber es liest sich wie Unsicherheit — und wer unsicher ist, ruft eher woanders an.

Google empfiehlt ausdrücklich, die Feiertagszeiten auch dann zu bestätigen, wenn sich gar nichts ändert. Der Klick dauert Sekunden und ersetzt den vagen Hinweis durch eine klare Angabe.

Der praktische Teil daran ist die Liste. Feiertage sind Ländersache, und Baden-Württemberg hat mit Heilige Drei Könige, Fronleichnam und Allerheiligen drei Tage, die anderswo normale Arbeitstage sind. Wer Standorte oder Kundschaft über Landesgrenzen hinweg hat, sollte das getrennt führen und nicht aus dem Gedächtnis pflegen.

Betriebsurlaub und „vorübergehend geschlossen“ sind nicht dasselbe.

Für längere Schließungen gibt es den Status „vorübergehend geschlossen“. Er ist gedacht für Umbau, Saisonpausen oder eine echte Unterbrechung des Betriebs, und er wird im Profil deutlich angezeigt. Wie Google damit im Ranking umgeht, sagt das Unternehmen nicht öffentlich. Sichtbar ist die Wirkung auf den Leser, und die ist erheblich.

Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel. Bis etwa eine Woche: spezielle Öffnungszeiten, Tag für Tag als geschlossen eingetragen. Deutlich länger und mit festem Enddatum: „vorübergehend geschlossen“ — und dazu ein Termin im eigenen Kalender, an dem der Status wieder zurückgesetzt wird. Ein Profil, das im Oktober noch geschlossen ist, obwohl der Betrieb seit August wieder läuft, richtet mehr Schaden an als die Urlaubswochen selbst.

Unabhängig vom gewählten Weg gehört die Information an die Stellen, an denen Menschen tatsächlich ankommen: ein Hinweis auf der Startseite, ein Text auf dem Anrufbeantworter, eine Abwesenheitsnotiz im Postfach, ein Zettel an der Tür. Das Google-Profil ist eine dieser Stellen, nicht alle.

Ihre Öffnungszeiten stehen an mehr Stellen, als Sie im Kopf haben.

Zählen Sie einmal durch: Google-Profil, Website, Impressum, Buchungssystem, Facebook oder Instagram, Branchenverzeichnisse, Kartendienste anderer Anbieter, E-Mail-Signatur, Türschild, Anrufbeantworter. Schnell kommen so acht bis zwölf Stellen zusammen — und wer davon zuletzt welche geändert hat, weiß im Zweifel niemand.

Für den Kunden ist das Ergebnis simpel: Er bekommt je nach Weg eine andere Antwort. Für Google ist es unsauber, weil widersprüchliche Angaben aus mehreren Quellen zusammenlaufen. Nutzer können außerdem Änderungen an Ihrem Profil vorschlagen, und Google zieht Angaben auch aus anderen Quellen heran. Ein Profil kann sich also ändern, ohne dass Sie etwas getan haben.

Die Lösung ist keine Software, sondern eine Entscheidung: Ein Ort ist die Wahrheit, alle anderen folgen. In den meisten Betrieben ist das die Website oder das Buchungssystem. Wo sich Systeme nicht verbinden lassen, hilft eine schlichte Liste aller Stellen, die bei jeder Änderung einmal durchgegangen wird.

Wer online bucht, bucht nicht gegen die Öffnungszeit, sondern gegen den Kalender.

Sobald Termine online buchbar sind, kommt eine zweite Zeitlogik dazu. Die Öffnungszeit sagt, wann jemand kommen kann. Der Buchungskalender sagt, welche Zeitfenster wirklich frei sind. Die beiden stimmen selten von allein überein.

Ein typischer Fall: Die Praxis hat bis 18 Uhr geöffnet, ein Termin dauert dreißig Minuten, und das System bietet trotzdem 17:50 an. Oder umgekehrt: Die letzte Buchung ist um 16:30 möglich, weil die Puffer zu großzügig stehen, und Sie sitzen anderthalb Stunden ohne Patienten da. Solche Abweichungen fallen selten auf, weil sich niemand beschwert — man bucht einfach nicht.

Feiertage und Urlaub müssen deshalb an zwei Stellen gepflegt werden: im Profil und im Buchungskalender. Ist der Kalender an Fronleichnam offen, bucht jemand, und Sie erfahren es am Vorabend.

Eine halbe Stunde im Jahr erspart Ihnen zwölf Ärgernisse.

Der Aufwand ist überschaubar, wenn er einmal gebündelt wird. Setzen Sie sich im November oder Dezember hin und tragen Sie das kommende Jahr ein: gesetzliche Feiertage Ihres Bundeslandes, Betriebsurlaub, Brückentage, Inventur, Fortbildung, Betriebsausflug.

Diese eine Liste wandert dann an drei Orte: in das Google-Profil als spezielle Öffnungszeiten, in den Buchungskalender als Sperrzeiten und auf die Website. Danach genügt ein kurzer Blick pro Monat, ob sich etwas verschoben hat.

Für den ungeplanten Fall — Krankheit, Handwerker, Stromausfall — gilt eine kurze Kette: spezielle Öffnungszeit für diesen Tag setzen, Anrufbeantworter besprechen, bei Bedarf einen Beitrag im Profil veröffentlichen. Das dauert fünf Minuten, und niemand steht umsonst vor der Tür.

Häufige Fragen

Muss ich Feiertage eintragen, wenn ich ganz normal geöffnet habe?

Ja, das ist ausdrücklich Googles eigener Rat. Bestätigen Sie die Zeiten auch dann, wenn sie den regulären entsprechen. Ohne Bestätigung sehen Nutzer den Hinweis, dass die Öffnungszeiten an diesem Tag abweichen können — und das ausgerechnet an Tagen, an denen viele Menschen gezielt nachsehen, wer geöffnet hat.

Drei Wochen Betriebsurlaub — spezielle Öffnungszeiten oder vorübergehend geschlossen?

Spezielle Öffnungszeiten sind für bis zu sechs aufeinanderfolgende Tage vorgesehen, drei Wochen passen dort nicht hinein. Für längere Pausen ist der Status „vorübergehend geschlossen“ gedacht. Entscheidend ist, dass Sie sich einen festen Termin notieren, an dem der Status wieder zurückgesetzt wird.

Kann Google meine Öffnungszeiten ändern, ohne dass ich etwas tue?

Ja. Nutzer können Änderungen an einem Profil vorschlagen, und Google zieht Angaben auch aus anderen Quellen heran, etwa Ihrer Website. Deshalb lohnt der kurze monatliche Blick ins Profil. Steht dort etwas Falsches, korrigieren Sie es direkt im Profil und prüfen Sie, woher die abweichende Angabe stammt.

Was mache ich, wenn ich kurzfristig schließen muss?

Tragen Sie für den betreffenden Tag eine spezielle Öffnungszeit ein und markieren Sie ihn als geschlossen. Besprechen Sie den Anrufbeantworter und sperren Sie den Tag im Buchungskalender. Ein kurzer Beitrag im Profil hilft zusätzlich, weil Menschen den Grund dann auch sehen, wenn sie nur schnell auf die Karte schauen.