Das Profil ist angelegt, die Öffnungszeiten stimmen, das letzte Foto stammt aus dem Jahr der Eröffnung. Sie wissen, dass da mehr möglich wäre. Aber jede Woche einen Beitrag zu schreiben, für den niemand Zeit hat, kommt nicht in Frage.

Ein Profil, das seit zwei Jahren stillsteht, beantwortet trotzdem eine Frage.

Der Punkt ist: Ein stillstehendes Profil ist nicht neutral. Wer drei Betriebe nebeneinander sieht, vergleicht nicht nur Bewertungen, sondern auch, ob dort jemand ist. Ein Profil mit aktuellen Bildern und beantworteten Bewertungen wirkt anders als eines, in dem der letzte Eintrag Jahre alt ist. Diese Einschätzung passiert in Sekunden und hat wenig mit Marketing zu tun.

Die gute Nachricht ist, dass der Aufwand deutlich kleiner ausfällt als befürchtet — sobald man aufhört, das Profil wie einen Social-Media-Kanal zu behandeln.

Die Frage-und-Antwort-Sektion, die Sie vielleicht kennen, gibt es so nicht mehr.

Jahrelang gab es im Unternehmensprofil einen Bereich, in dem beliebige Nutzer öffentlich Fragen stellen konnten und in dem der Inhaber — oder irgendjemand anderes — antworten durfte. Ein verbreiteter Ratschlag lautete, dort selbst die häufigsten Fragen einzustellen und gleich zu beantworten. Dieser Ratschlag ist überholt.

Google hat die Schnittstelle, über die andere Programme auf diesen Bereich zugreifen konnten, im November 2025 abgeschaltet und die öffentliche Sektion danach schrittweise entfernt. Was in Ihrem Profil aktuell noch angezeigt wird, hängt davon ab, wie weit die Umstellung bei Ihnen ist. Ein Blick lohnt sich, bevor Sie Zeit in einen Bereich stecken, den es womöglich nicht mehr gibt.

An die Stelle getreten sind Antworten, die Google selbst erzeugt — in der Suche und zunehmend auch in der Karte. Das Material dafür stammt aus dem, was ohnehin vorhanden ist: Kategorien, einzeln hinterlegte Leistungen, Attribute, Beschreibung, Öffnungszeiten, Bewertungstexte, Bildunterschriften und die verknüpfte Website.

Praktisch heißt das nicht weniger Arbeit, sondern Arbeit an einer anderen Stelle. Die Antwort auf „Gibt es Parkplätze“ oder „Kommen Sie auch abends“ muss jetzt in den Attributen, in den Leistungen, in der Beschreibung oder auf Ihrer eigenen Seite stehen. Wo sie fehlt, rät niemand. Dann steht dort nichts.

Ein Profil bleibt nicht lebendig, weil jemand daran denkt, sondern weil es an einem Ablauf hängt, der ohnehin stattfindet.

Fotos entstehen bei der Arbeit, nicht bei einem Fototermin.

Für brauchbare Profilbilder braucht es weder einen Fotografen noch einen ganzen Tag. Nützlich sind die Bilder, die eine praktische Frage beantworten: wo der Eingang ist, wie man die Tür findet, wo man parkt, wie es innen aussieht, wer dort arbeitet und wie fertige Arbeit aussieht. Ein Bild, das keine dieser Fragen beantwortet, können Sie sich sparen.

Eine Routine, die funktioniert: ein Bild pro abgeschlossenem Auftrag, mit dem Telefon, gerade gehalten, bei Tageslicht, bevor das Werkzeug eingepackt ist. In einer Praxis stattdessen ein Bild pro Raum, neu gemacht, wenn sich etwas verändert hat. Zehn brauchbare Bilder wirken mehr als hundert unscharfe.

Zwei Dinge sollten Sie wissen. Kunden können ebenfalls Fotos hochladen, und deren Bilder lassen sich nicht einfach entfernen. Und welches Bild zuerst gezeigt wird, entscheiden Sie nicht allein. Beides spricht dafür, genügend gute eigene Bilder bereitzustellen, damit die Auswahl eine gute ist.

Verzichten Sie auf gekaufte Symbolbilder. Ein lächelndes Team in einem Büro, das niemand wiedererkennt, schadet mehr als ein ehrliches Bild einer Werkstatt, in der gerade gearbeitet wird.

Beiträge sind kein Kanal, sondern ein Aushang.

Das Wort Beitrag führt in die Irre. Hier folgt Ihnen niemand, hier baut sich keine Reichweite auf. Ein Beitrag ist näher an einem Zettel im Schaufenster: Er gilt jetzt, und er richtet sich an jemanden, der ohnehin gerade auf Ihr Profil schaut.

Hinein gehört, was eine Entscheidung verändert: geänderte Öffnungszeiten, Betriebsurlaub, eine neue Leistung, ein neues Gerät, eine neue Person im Team, ein saisonaler Hinweis. Nicht hinein gehören Sprüche, Grüße zu jedem Feiertag und alles, was jemand liest und danach genauso weit ist wie vorher.

Sichtbar sind vor allem die neuesten Beiträge, ältere rutschen nach hinten. Der Rhythmus zählt also mehr als die Menge. Alle paar Wochen, wenn sich tatsächlich etwas geändert hat, genügt.

Jeder Beitrag kann eine Schaltfläche tragen. Wenn diese auf Ihre eigene Terminseite führt statt auf die Startseite, erledigt der Beitrag Arbeit, statt nur einen Platz zu füllen. Das ist der Unterschied zwischen einem gepflegten Profil und einem Profil, das etwas einbringt.

Bewertungen sind der Teil des Profils, den Sie nicht selbst schreiben.

Bewertungen fallen anders ins Gewicht als Fotos und Beiträge. Sie beeinflussen, ob jemand anruft, und sie sind eine der Quellen, aus denen Google seine eigenen Antworten zusammensetzt. Gleichzeitig sind sie der Teil, den die meisten Betriebe dem Zufall überlassen.

Der verlässliche Moment für die Bitte ist der Moment der Zufriedenheit: Auftrag fertig, Behandlung abgeschlossen, Problem gelöst. Nicht eine Woche später per E-Mail, wenn der Anlass verblasst ist. Und die Bitte wirkt sehr viel besser, wenn der Weg zur Bewertung ein Fingertipp ist und keine Suche.

Antworten gehört dazu. Eine kurze, sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung liest jeder, der danach kommt — sie kann stärker wirken als die Bewertung selbst. Keine Verteidigung, keine langen Ausführungen, sondern: ernst nehmen, benennen, was passiert ist, den nächsten Schritt anbieten.

Vorsicht bei allem, was ein Kundenverhältnis erkennbar macht. In Heilberufen und in der Rechtsberatung kann bereits die Bestätigung, dass jemand Patient oder Mandant war, ein Problem sein. Wie Sie dort antworten, sollten Sie fachlich prüfen lassen, bevor Sie eine Vorlage in Umlauf bringen.

Ein fester Termin im Monat ersetzt das ständige Daran-Denken.

Was solche Vorhaben scheitern lässt, ist selten der Aufwand. Es ist das Fehlen eines festen Platzes. Solange die Pflege des Profils von freien Minuten abhängt, findet sie im ersten stressigen Monat nicht mehr statt und danach gar nicht mehr.

Zwanzig Minuten, einmal im Monat, am selben Tag, mit einer verantwortlichen Person. In diese zwanzig Minuten passt: die im Monat gesammelten Bilder hochladen, einen Beitrag schreiben, falls sich etwas geändert hat, die eingegangenen Bewertungen beantworten, die Öffnungszeiten für die kommenden Wochen samt Feiertagen prüfen, und einmal auf das eigene Profil sehen wie ein Fremder.

Die Bilder sollten nicht in diesen zwanzig Minuten entstehen. Sie sammeln sich über den Monat an, in einem Ordner oder einer Gruppe auf dem Telefon. Wer die Arbeit macht, fotografiert. Wer den Monatstermin hat, lädt hoch. Diese Trennung ist der Grund, warum es funktioniert.

Manches lässt sich automatisieren, der Rest gehört in eine Hand.

Sinnvoll automatisierbar ist die Bitte um eine Bewertung nach einem abgeschlossenen Termin, das rechtzeitige Eintragen der Feiertagszeiten, die Erinnerung an den Monatstermin und das Vorbereiten von Beiträgen, deren Inhalt bereits feststeht — Betriebsurlaub, Saisonstart, geänderte Zeiten.

Nicht sinnvoll automatisierbar sind die Fotos und die Antworten auf Bewertungen. Erzeugte Antworten lesen sich wie erzeugte Antworten, und sie kosten genau das Vertrauen, das die Bewertungen aufbauen sollten. Zwei Sätze von einem Menschen sind mehr wert als ein Absatz aus einer Vorlage.

Die entscheidende Frage ist am Ende nicht, welches Werkzeug Sie nutzen, sondern woran das Profil hängt. Hängt es an freier Zeit, steht es in einem Jahr wieder still. Hängt es an Vorgängen, die ohnehin stattfinden — der Termin endet, der Auftrag wird geschlossen, die Rechnung geht raus —, dann pflegt es sich weitgehend nebenbei.

Welche dieser Anschlüsse in Ihrem Betrieb schon vorhanden sind und wo eine Lücke klafft, lässt sich in Ruhe prüfen, bevor Sie etwas umstellen.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich einen Beitrag veröffentlichen?

Es gibt keine Zahl, die Sie erfüllen müssten. Ein Beitrag lohnt sich, wenn sich etwas geändert hat, das für jemanden vor einer Entscheidung relevant ist. Alle paar Wochen ist für die meisten Betriebe realistisch. Beiträge ohne Inhalt zu veröffentlichen, nur um etwas zu veröffentlichen, bringt nichts.

Was ist mit den alten Fragen und Antworten in meinem Profil passiert?

Sie sind mit der Sektion verschwunden, sobald die Umstellung Ihr Profil erreicht hat. Wenn Sie dort früher nützliche Erklärungen hinterlegt hatten, sind diese Inhalte nicht wertlos. Sie gehören jetzt in die Leistungen, in die Beschreibung, in die Attribute und auf eine Seite Ihrer Website. Genau dort liest Google sie für die eigenen Antworten aus.

Darf ich meine Kunden um eine Bewertung bitten?

Fragen ist erlaubt. Bewertungen zu kaufen oder mit einem Vorteil zu verknüpfen ist es nicht, ebenso wenig, gezielt nur zufriedene Kunden zu filtern und den Rest zu übergehen. Die Regeln von Google ändern sich hin und wieder. Ein Blick in die aktuelle Fassung, bevor Sie eine Bitte fest in Ihre Abläufe einbauen, ist sinnvoll.

Lohnt sich ein Werkzeug für die Verwaltung des Profils?

Bei einem Standort selten. Der direkte Zugang plus ein Termin im Monat genügt meist. Interessant wird ein Werkzeug ab mehreren Standorten oder wenn mehrere Personen das Profil pflegen und Abstimmung nötig wird. Kaufen Sie es nicht, um die Routine zu ersetzen. Es hilft nur dabei, eine vorhandene Routine schneller abzuarbeiten.