Ein Kunde aus Ihrer Straße sucht nach Ihrer Leistung und findet Sie ganz oben. Ein Kunde drei Kilometer weiter sucht mit denselben Worten und sieht Sie gar nicht. An Ihrem Profil hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert.
Dieselbe Suche liefert an zwei Adressen zwei verschiedene Ergebnisse.
Das liegt daran, dass es die eine lokale Trefferliste nicht gibt. Google stellt sie für jede Suche neu zusammen, und eine der Zutaten ist der Ort, an dem die suchende Person gerade steht. Zwei Menschen im selben Moment, im selben Stadtgebiet, mit derselben Formulierung, bekommen unterschiedliche Ergebnisse zu sehen.
Für Sie als Inhaber heißt das zweierlei. Eine einzelne Prüfung sagt fast nichts aus — weder wenn sie gut ausfällt noch wenn sie schlecht ausfällt. Und der häufigste Befund „im eigenen Viertel oben, im Nachbarviertel weg“ ist meistens kein Fehler, sondern der Normalfall.
Google entscheidet lokal nach Entfernung, Relevanz und Bekanntheit.
Google benennt in der eigenen Hilfe drei Faktoren für lokale Ergebnisse. Relevanz beschreibt, wie gut ein Profil zu dem passt, was gesucht wurde. Entfernung beschreibt, wie weit der Betrieb vom Ort der Suche entfernt ist. Bekanntheit beschreibt, wie bekannt ein Betrieb insgesamt ist — dazu zählen Erwähnungen und Verweise im Netz ebenso wie die Bewertungen.
Wie stark jeder dieser Faktoren in einer bestimmten Lage durchschlägt, beziffert Google nicht. Der Unterschied lässt sich aber beobachten. Angenommen, in einem Innenstadtgebiet sitzen zehn vergleichbare Betriebe im Umkreis von zwei Kilometern — dann ist der Bereich, in dem die Nähe für Sie spricht, entsprechend eng. Im Umland, wo der nächste Anbieter zwanzig Minuten entfernt ist, reicht derselbe Betrieb plötzlich sehr weit.
Deshalb sagt eine Position ohne den zugehörigen Ort nichts. „Wir stehen auf Platz zwei“ ist eine unvollständige Aussage. Vollständig wäre: auf Platz zwei, gesucht in einem bestimmten Stadtteil, mit einer bestimmten Formulierung, an einem Dienstagvormittag.
Es gibt keine Position 1 für Ihren Betrieb, sondern eine Position an einem Ort, zu einer Zeit, für eine Formulierung.
Die Entfernung können Sie nicht ändern, ihre Wirkung aber schon.
Von den drei Faktoren ist genau einer für Sie unerreichbar. Ihre Adresse liegt, wo sie liegt. An der Entfernung selbst ändert sich nichts, solange der Betrieb nicht umzieht — und Google verlangt, dass die hinterlegte Adresse der Ort ist, an dem tatsächlich gearbeitet wird.
Entfernung entscheidet aber nur dort, wo die anderen beiden Faktoren ungefähr gleich stehen. Ist Ihr Profil deutlich passender und Ihr Betrieb deutlich bekannter als der des näher gelegenen Wettbewerbers, reichen Sie weiter. Der eigentliche Hebel ist also nicht die Position an einem einzelnen Punkt, sondern der Radius, in dem Sie überhaupt als plausible Antwort gelten.
Bei der Relevanz beginnt alles bei der Kategorie. Sie ist die Angabe, mit der Sie Ihren Betrieb einordnen; welchen Anteil sie am Ergebnis trägt, legt Google nicht offen. Google rät dazu, so wenige Kategorien wie möglich zu verwenden — wer zehn Nebenkategorien anlegt, verwässert das Bild, statt es zu schärfen. Dazu kommen die einzeln gepflegten Leistungen, die Attribute und eine Beschreibung, die den Betrieb tatsächlich beschreibt.
Bei der Bekanntheit zählt, was außerhalb Ihres Profils passiert. Bewertungen, die über die Zeit hinzukommen. Erwähnungen bei der Innung, im Verein, beim Lieferanten, in der Lokalzeitung. Ein Eintrag in einem gekauften Verzeichnis, in dem sonst niemand liest, gehört nicht dazu.
Wer nur vom eigenen Schreibtisch aus prüft, sieht ein verzerrtes Bild.
Die übliche Selbstprüfung sieht so aus: Man tippt die eigene Leistung samt Stadt bei Google ein, während man im Betrieb sitzt. Das ist der eine Ort, an dem das Ergebnis fast zwangsläufig gut aussieht, weil man auf der eigenen Adresse steht.
Ein privates Fenster hilft dabei nicht. Es entfernt den Verlauf, nicht den Standort. Aussagekräftig wird die Prüfung erst, wenn Sie sie an mehreren Orten wiederholen: zu Hause, unterwegs bei einem Kunden, und indem Sie zwei Kunden aus anderen Stadtteilen fragen, was sie sehen. Notieren Sie jedes Mal drei Dinge — Suchbegriff, Ort, Position.
Es gibt Werkzeuge, die genau das automatisieren und die Position an vielen Punkten eines Rasters über der Karte messen. Für einen ersten Eindruck brauchen Sie das nicht. Fünf ehrliche Stichproben von echten Orten zeigen das Muster bereits. Wichtig ist nur, dass Sie immer dieselbe Formulierung prüfen, sonst vergleichen Sie Zufall mit Zufall.
Das Muster ist die eigentliche Information. Fällt die Position erst nach mehreren Kilometern ab, arbeitet Ihr Profil sauber und Sie sehen schlicht die Entfernung. Sind Sie schon wenige hundert Meter weiter verschwunden, obwohl dort kaum Wettbewerb sitzt, liegt es an Relevanz oder Bekanntheit — und daran lässt sich arbeiten.
Ein zweites Profil für den Nachbarstadtteil ist keine Lösung, sondern ein Risiko.
Der naheliegende Gedanke lautet: dann eben ein weiteres Profil mit einer Adresse im anderen Viertel. Google verlangt für ein Profil einen Standort, an dem tatsächlich gearbeitet wird und der während der angegebenen Zeiten besetzt ist. Ein Briefkasten, ein Schreibtisch in einem Coworking-Raum oder die Wohnung eines Verwandten erfüllen das nicht.
Wird das auffällig, kann das Profil gesperrt werden. Betroffen ist dann selten nur der neue Eintrag: Google sieht sich in solchen Fällen die gesamte Darstellung an. Ein gesperrtes Profil zurückzuholen kostet Wochen, in denen Sie in der Karte nicht stattfinden. Der mögliche Gewinn steht dazu in keinem Verhältnis.
Legitim sind echte Filialen mit eigenem Personal und eigener Adresse — die bekommen jeweils ein eigenes Profil. Und für Betriebe, die zum Kunden fahren, gibt es das Einzugsgebiet. Das ist allerdings kein Ersatz für einen Standort: Es beschreibt, wo Sie arbeiten, und ist vor allem für Menschen wichtig, die Sie bereits gefunden haben. Ein Ranking in einem entfernten Ort entsteht dadurch nicht automatisch, und die Zahl der eintragbaren Gebiete ist begrenzt.
Stadtteilnamen gehören auf Ihre Website, nicht in Ihren Profilnamen.
Der zweite naheliegende Gedanke ist der Name. Aus „Malerbetrieb Müller“ wird „Malerbetrieb Müller Stuttgart-West Fassaden“. Auch das verstößt gegen die Regeln: In das Namensfeld gehört der Name, der am Betrieb steht. Wettbewerber melden solche Einträge regelmäßig, und die Prüfung ist für Google einfach.
Der Ort, an dem Stadtteilnamen sinnvoll auftauchen, ist Ihre eigene Website. Nicht als fünfzehn Seiten, bei denen jeweils nur der Ortsname getauscht wurde — solche Seiten erkennt Google, und sie bringen nichts. Eine Seite verdient ihren Platz erst, wenn sie etwas Wahres und Konkretes sagt: welche Straßenzüge gemeint sind, welche Arbeiten Sie dort ausgeführt haben, wie Anfahrt und Parksituation aussehen, welcher Kunde von dort eine Bewertung geschrieben hat.
Für die meisten Betriebe sind zwei oder drei ehrliche Seiten mehr wert als fünfzehn leere. Das ist gleichzeitig eine gute Selbstprüfung: Wenn Ihnen zu einem Stadtteil nichts Konkretes einfällt, arbeiten Sie dort vermutlich auch nicht oft genug, um dort ganz oben zu stehen.
Ortsnamen tauchen außerdem von selbst in Bewertungen auf, wenn Kunden frei schreiben. Vorgeben können Sie das nicht, und Sie sollten es auch nicht. Beeinflussen können Sie nur, wie viele Menschen überhaupt eine Bewertung schreiben — und das entscheidet sich im Moment nach der erledigten Arbeit, nicht drei Wochen später per E-Mail.
Ein größerer Radius wächst langsam und braucht einen festen Platz im Ablauf.
Nichts davon wirkt in Tagen. Kategorien und Leistungen greifen vergleichsweise schnell, weil sie unmittelbar ändern, für welche Suchen Sie in Frage kommen. Bewertungen und Erwähnungen sammeln sich über Monate an — das ist der Teil, der Ausdauer verlangt und den die meisten nach vier Wochen liegen lassen.
Deshalb funktioniert eine kleine, wiederkehrende Routine besser als eine große einmalige Aktion. Einmal im Monat dieselben drei Suchbegriffe von zwei oder drei Orten prüfen, die Position notieren, und genau die eine Sache tun, die sich daraus ergibt. Das dauert weniger als eine halbe Stunde und ist mehr wert als ein Vorhaben, das im Frühjahr beginnt und im Sommer vergessen ist.
Und eine ehrliche Grenze gehört dazu: Sie werden nicht überall Erster. Das Ziel ist ein Radius, der das Gebiet abdeckt, das Sie tatsächlich bedienen wollen und können. Alles darüber hinaus kostet Aufwand und bringt Anfragen, die Sie ohnehin ablehnen.
Wie weit dieser Radius bei Ihnen heute reicht und woran er hängt, lässt sich prüfen, bevor irgendetwas verändert wird. Profil, Website und lokales Umfeld ergeben zusammen ein recht klares Bild davon, wo der nächste sinnvolle Schritt liegt.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine Position bei Google prüfen?
Einmal im Monat reicht für die meisten Betriebe. Wichtig ist weniger die Häufigkeit als die Gleichmäßigkeit: dieselben Suchbegriffe, dieselben Orte, notierte Ergebnisse. Wer jede Woche anders formuliert und von wechselnden Orten prüft, sammelt Zahlen, die sich nicht vergleichen lassen.
Bringt es etwas, möglichst viele Stadtteile als Einzugsgebiet einzutragen?
Das Einzugsgebiet beschreibt, wo Sie arbeiten. Es ist vor allem für Menschen relevant, die Ihr Profil bereits gefunden haben und wissen wollen, ob Sie zu ihnen kommen. Ein Ranking an diesen Orten entsteht dadurch nicht von selbst, und die Zahl der eintragbaren Gebiete ist begrenzt. Tragen Sie die Gebiete ein, in denen Sie tatsächlich arbeiten, und nicht alles, was theoretisch erreichbar wäre.
Warum steht ein kleinerer Wettbewerber vor mir?
In den meisten Fällen sitzt er näher an dem Ort, von dem aus gesucht wurde. Möglich sind auch sauberer gewählte Kategorien oder neuere Bewertungen. Prüfen Sie es nicht von Ihrem Betrieb aus, sondern von der Stelle, an der Ihre Kunden suchen. Oft löst sich die Frage damit bereits auf.
Kann ich meine Adresse ändern, um besser gefunden zu werden?
Nur wenn Sie tatsächlich umziehen. Die hinterlegte Adresse muss der Ort sein, an dem der Betrieb arbeitet. Eine Adresse zu wählen, an der niemand sitzt, gefährdet das gesamte Profil. Wenn ein Umzug ohnehin ansteht, lohnt es sich allerdings, die Lage auch unter diesem Gesichtspunkt anzusehen.