Ihr Betrieb steht bei Google, das Profil ist angelegt, die Adresse stimmt. Trotzdem erscheint zwei Straßen weiter jemand mit fast demselben Angebot weiter oben. Die Oberfläche zeigt Ihnen ein Dutzend Felder und ein paar offene Aufgaben — nur nicht, welches Feld tatsächlich etwas bewegt.
Ein Profil auszufüllen ist etwas anderes, als es wirken zu lassen.
Google beantwortet diese Frage nicht. Stattdessen misst das Profil eine Vollständigkeit und schlägt vor, den nächsten leeren Kasten zu füllen. Das ist bequem gebaut, führt aber dazu, dass Betriebe Stunden in Felder stecken, die kaum jemand ansieht, und die zwei Angaben liegen lassen, an denen Google die eigentliche Entscheidung festmacht.
Die Felder lassen sich grob in drei Gruppen sortieren: die, aus denen Google ableitet, wann Sie überhaupt in Frage kommen; die, die einen Menschen zum Anruf bewegen; und die, die vor allem Arbeit machen. Es lohnt sich, das einmal auseinanderzuziehen.
Die Kategorie ist die Angabe, mit der Google Ihren Betrieb einordnet.
Google nennt für die lokale Suche drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Welchen Anteil ein einzelnes Feld daran trägt, legt Google nicht offen. Die Kategorie ist aber die Stelle, an der Sie Ihren Betrieb selbst einordnen — steht dort eine unpassende Angabe, arbeiten Fotos und Bewertungen gegen ein Bild, das nicht stimmt.
Google rät ausdrücklich zur genauen Angabe: nicht „Studio“, sondern „Nagelstudio“. Für Betriebe mit mehreren Standbeinen ist das unangenehm, denn es gibt nur eine Hauptkategorie. Die Frage lautet dann nicht, was Sie alles anbieten, sondern womit Sie den größten Teil verdienen und worüber neue Kunden Sie finden sollen.
Weitere Kategorien ergänzen, sie ersetzen die Hauptkategorie nicht. Google empfiehlt, nicht für jede einzelne Leistung eine Kategorie anzulegen, sondern nur für Bereiche, die im Betrieb tatsächlich eigenständig sind. Und noch etwas Praktisches: Wer die Kategorie ändert, kann damit eine erneute Bestätigung des Profils auslösen. Legen Sie das nicht auf den Freitagnachmittag vor dem Urlaub.
Die Kategorie ist die kürzeste Antwort auf die Frage, was Ihr Betrieb eigentlich macht.
Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall in derselben Schreibweise stehen.
Diese drei Angaben stehen an mehr Stellen als im Google-Profil: im Impressum, in Branchenverzeichnissen, bei der Kammer, auf der Facebook-Seite, im Buchungssystem, auf alten Rechnungen. Google zieht Signale aus solchen Quellen und vergleicht sie mit dem, was in Ihrem Profil steht.
Abweichungen entstehen fast immer unbemerkt: einmal „Straße“, einmal „Str.“, eine alte Mobilnummer aus der Zeit vor der Telefonanlage, ein Zusatz im Namen, den es auf dem Schild nie gab. Jede dieser Varianten ist für sich harmlos. In Summe machen sie es schwerer, Ihren Betrieb eindeutig zuzuordnen.
Der Handgriff dazu ist stumpf, aber wirksam: Legen Sie einmal fest, wie Name, Adresse und Telefonnummer geschrieben werden — Zeichen für Zeichen — und tragen Sie diese eine Fassung überall nach. Danach ändert sich daran nur noch etwas, wenn sich wirklich etwas ändert.
Leistungen und Beschreibung erfüllen zwei völlig verschiedene Aufgaben.
Diese beiden Felder werden regelmäßig verwechselt. Die Leistungen sind eine strukturierte Liste: jede Position mit eigenem Namen und einer kurzen Erläuterung. Die Beschreibung ist ein Fließtext, den ein Mensch liest, wenn er schon auf Ihrem Profil gelandet ist.
Die Leistungsliste ist der Ort für die Wörter, mit denen Kunden tatsächlich suchen — also „Rohrreinigung“ und nicht „sanitärtechnische Instandsetzung“. Schreiben Sie zu jeder Position zwei, drei Sätze in normaler Sprache. Das kostet einen Nachmittag und ist danach jahrelang gültig.
Die Beschreibung hat eine andere Aufgabe. Sie soll jemandem, der zwischen drei Profilen schwankt, in den ersten Zeilen sagen, für wen Sie arbeiten und was Sie nicht machen. Werbliche Aktionen und Links sind in diesem Feld nach Googles Richtlinien nicht vorgesehen. Aneinandergereihte Suchbegriffe helfen dort niemandem, auch Ihnen nicht.
Fotos werden angesehen, das Logo wird übersehen.
Fotos haben das beste Verhältnis von Aufwand zu Wirkung — vorausgesetzt, es sind die richtigen. Am nützlichsten ist ein Bild der Fassade mit dem Eingang, weil es eine ganz praktische Funktion erfüllt: Wer zum ersten Mal kommt, erkennt die Tür und läuft nicht am Haus vorbei.
Danach kommen Innenaufnahmen, Bilder von fertigen Arbeiten und Fotos der Menschen, die den Kunden tatsächlich begrüßen. Gekaufte Stockbilder erkennt auch ein Laie, und sie erzeugen bei der Ankunft eine kleine Enttäuschung. Ein sauberes Handyfoto bei Tageslicht ist besser als ein Katalogbild.
Das Logo dagegen bewegt wenig. Es füllt einen kleinen Kreis und wird selten angesehen. Beachten Sie außerdem, dass auch Kunden Fotos zu Ihrem Profil hochladen können. Löschen können Sie diese nicht, wohl aber Verstöße gegen die Richtlinien an Google melden.
Bewertungen sind das einzige Feld, das Sie nicht selbst füllen.
Genau deshalb wiegen sie schwer: Sie sind der einzige Teil Ihres Profils, der nicht aus Ihrer Feder stammt. Und sie können der Punkt sein, an dem jemand ein Profil wieder verlässt und das nächste anklickt.
Der einzige verlässliche Weg zu mehr Bewertungen ist die Bitte im richtigen Moment — direkt, wenn die Arbeit fertig ist und der Kunde zufrieden vor dem Ergebnis steht. Nicht per Serienmail zwei Wochen später. Ein kurzer Link auf der Rechnung oder ein Kärtchen mit QR-Code an der Theke reicht. Bewertungen zu kaufen oder Kunden dafür etwas zu versprechen, verstößt gegen die Richtlinien.
Antworten Sie auf alle, auch auf die freundlichen, und halten Sie es kurz und sachlich. Bei einer schlechten Bewertung gewinnt selten derjenige, der ausführlich recht hat. In Heilberufen ist besondere Zurückhaltung geboten: Schon die Bestätigung, dass jemand überhaupt Patient war, kann heikel sein. Lassen Sie Ihre Antwortpraxis dort fachlich prüfen.
Diese Felder kosten Zeit und bringen selten etwas zurück.
Beiträge im Profil sind der klassische Fall. Sie verlieren nach kurzer Zeit an Sichtbarkeit, und gesehen werden sie fast nur von Menschen, die ohnehin schon auf Ihrem Profil sind. Wenn Sie eine echte Neuigkeit haben — geänderte Sprechzeiten, ein neues Gerät, eine offene Stelle —, ist ein Beitrag sinnvoll. Als wöchentliche Pflichtübung ist er verschenkte Zeit.
Ähnlich der Bereich Fragen und Antworten. Es lohnt sich, einmal drei bis fünf Fragen einzustellen und zu beantworten, die Ihnen am Telefon ohnehin ständig gestellt werden: Parken, Kostenübernahme, Anfahrt. Danach genügt ein gelegentlicher Blick, ob jemand etwas gefragt hat. Bei den Attributen gilt: Was in der Suche filterbar ist und bei Ihnen stimmt, sollte gesetzt sein — etwa barrierefreier Zugang oder eigene Parkplätze. Der Rest ist Dekoration.
Zwei Dinge sollten Sie ganz lassen. Der Vollständigkeitsanzeige hinterherzujagen, bis jedes Feld gefüllt ist, bringt nichts, wenn die Füllung erfunden ist. Und den Ort oder eine Leistung in den Unternehmensnamen zu schreiben, obwohl beides nicht auf dem Schild steht, verstößt gegen Googles Richtlinien und kann zur Sperrung des Profils führen.
Wenn Sie im Monat eine halbe Stunde haben, dann so: Kategorie prüfen, Öffnungszeiten prüfen, zwei Fotos hochladen, alle offenen Bewertungen beantworten. Das ist mehr wert als jede Aufgabenliste, die Google Ihnen anzeigt.
Häufige Fragen
Wie viele Kategorien soll ich auswählen?
So wenige wie möglich und so viele wie nötig. Eine Hauptkategorie, die Ihr Kerngeschäft genau trifft, und weitere nur für Bereiche, die im Betrieb tatsächlich eigenständig sind. Google rät ausdrücklich davon ab, für jede einzelne Leistung eine Kategorie anzulegen — dafür gibt es das Feld für die Leistungen.
Schadet es, wenn ich den Ort oder meine Leistung in den Firmennamen schreibe?
Ja. In das Namensfeld gehört der Name, unter dem Ihr Betrieb tatsächlich auftritt — so, wie er auf dem Schild und auf der Rechnung steht. Zusätze verstoßen gegen die Richtlinien. Im schlimmsten Fall wird das Profil gesperrt, und Sie sind für Wochen aus der Karte verschwunden.
Wie oft sollte ich Beiträge veröffentlichen?
Nur dann, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben. Beiträge werden überwiegend von Menschen gesehen, die ohnehin schon auf Ihrem Profil sind. Ein Beitrag zu geänderten Zeiten, einer neuen Leistung oder einer offenen Stelle ist sinnvoll. Ein wöchentlicher Beitrag ohne Anlass bindet Zeit, die in Fotos und Bewertungsantworten besser aufgehoben wäre.
Lohnt sich ein Profil, wenn ich keine Kunden am Standort empfange?
Ja. Für Betriebe, die zum Kunden fahren, gibt es das Einzugsgebiet, und die Adresse lässt sich ausblenden. Wichtig ist dann, das Gebiet ehrlich zu setzen — nicht halb Baden-Württemberg, sondern die Orte, in denen Sie tatsächlich arbeiten. Ein zu weit gefasstes Gebiet bringt Anfragen, die Sie ohnehin absagen.