Samstagnachmittag, der Betrieb ist ruhig, und die Werbung verspricht: „Ihre Website in drei Stunden — ohne Vorkenntnisse.“ Das Versprechen ist nicht gelogen. Nach drei Stunden ist tatsächlich etwas online. Die Frage ist nur, was dieses Etwas für Ihren Betrieb tut — und was die drei Stunden am Ende wirklich gekostet haben.
Was der Baukasten ehrlich gut kann.
Zuerst das, was in solchen Artikeln selten steht: Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten die richtige Entscheidung ist. Der Verein, der Termine und ein Vorstandsfoto zeigen will. Das Nebengewerbe, das erst einmal testet, ob aus der Idee etwas wird. Wer eine digitale Visitenkarte braucht und keine Anfragen über die Website erwartet, bekommt sie dort schnell und günstig. Das ist kein Kompromiss, das ist passend.
Die Probleme beginnen, wenn die Website etwas erwirtschaften soll. Anfragen, Termine, Aufträge. Ab diesem Punkt konkurrieren Sie — mit jedem Betrieb Ihrer Branche in Ihrer Stadt, der sichtbar sein will. Und in dieser Konkurrenz zählt nicht, wie die Seite entstanden ist, sondern was sie kann.
Die Rechnung, die niemand aufmacht.
„Drei Stunden“ meint die Zeit, bis eine Vorlage mit Ihrem Logo online steht. Nicht enthalten: Texte schreiben, Fotos aussuchen und zuschneiden, Seitenstruktur überlegen, Impressum und Datenschutz zusammensuchen, die mobile Ansicht prüfen, den Buchungsdienst anbinden, herausfinden, warum das Formular nicht ankommt. Wer das an Abenden und Wochenenden erledigt, ist realistisch mehrere Dutzend Stunden beschäftigt — verteilt über Wochen, in denen die Seite halb fertig online steht.
Ihre Stunde ist nicht kostenlos. Sie ist das Teuerste, was Ihr Betrieb hat.
Rechnen Sie die Stunden gegen Ihren eigenen Stundensatz, wird aus der günstigen Lösung schnell die teure. Und die Rechnung geht weiter: Die Zeit, die der Aufbau frisst, fehlt dort, wo Sie Geld verdienen. Das ist keine rhetorische Figur, sondern der Grund, warum so viele Baukasten-Projekte auf „Seite 2 von 6“ stehen bleiben.
Wo Baukästen systematisch aufhören.
Angenommen, Sie ziehen es durch. Die Seite steht, sie sieht ordentlich aus. Jetzt beginnt der Teil, den die Werbung nicht zeigt.
Erstens die Auffindbarkeit. Eine Seite, die gefunden werden soll, braucht Struktur: eine eigene Seite je Leistung, saubere Überschriften, Adressdaten in maschinenlesbarer Form, Antworten auf die Fragen, die Ihre Kunden tatsächlich in die Suche eintippen. Vorlagen sind für Optik gebaut, nicht für Struktur — und genau die entscheidet, ob Google und mittlerweile auch KI-Assistenten Ihre Seite als Quelle verstehen.
Zweitens die Technik dahinter. Ladezeit auf dem Handy, strukturierte Daten, saubere Weiterleitungen — alles Dinge, die man im Baukasten entweder gar nicht oder nur gegen Aufpreis und mit Handbuchstudium beeinflussen kann.
Drittens, und das ist der Punkt, der uns am meisten beschäftigt: die Abläufe danach. Eine Anfrage, die im Postfach liegen bleibt, ist keine Anfrage. Terminbuchung, Bestätigung, Erinnerung, Nachfassen — das sind keine Website-Funktionen, das sind Betriebsabläufe. Ein Baukasten endet dort, wo dieser Teil beginnt. Wie das zusammenhängt, haben wir in „Warum eine neue Website allein selten mehr Aufträge bringt“ ausführlich beschrieben.
Der Mittelweg, den Ihnen niemand verkauft.
Zwischen „selbst gebaut“ und „für viel Geld machen lassen“ gibt es einen dritten Weg: erst prüfen lassen, was Sie überhaupt brauchen. Manchmal ist die Antwort unbequem für uns — die bestehende Baukasten-Seite reicht, es fehlen nur drei gezielte Handgriffe. Manchmal ist die Antwort unbequem für Sie — das Fundament trägt nicht, und jede weitere Stunde Selbstbau ist verlorene Zeit. Beides ist eine brauchbare Antwort, denn beides erspart Ihnen die teuerste Variante: monatelang in die falsche Richtung zu arbeiten.
Woran Sie merken, dass Sie dem Baukasten entwachsen sind: Sie bekommen Anfragen, aber die falschen. Sie werden bei Google für Ihren eigenen Namen gefunden, aber nicht für Ihre Leistung. Und Sie ertappen sich dabei, dass Sie Interessenten am Telefon Dinge erklären, die auf der Website stehen müssten. Was eine Website kosten darf, die diese Probleme löst, rechnen wir in „Was eine Website 2026 wirklich kostet“ vor.
Häufige Fragen
Kann ich meine Baukasten-Seite später mitnehmen?
Die Inhalte ja, die Seite selbst meist nicht. Texte und Bilder lassen sich exportieren oder kopieren, das Design und die Technik bleiben beim Anbieter. Wichtig ist die Domain: Wenn sie über den Baukasten-Anbieter registriert wurde, klären Sie vor einem Wechsel, dass Sie sie mitnehmen können — sie ist Ihr wertvollstes digitales Eigentum.
Was ist mit den monatlichen Gebühren?
Baukästen wirken günstig, weil die Kosten monatlich tropfen statt einmal anzufallen. Über vier, fünf Jahre gerechnet liegt ein Tarif mit eigener Domain und werbefreier Seite oft in derselben Größenordnung wie eine einfache, einmal sauber gebaute Seite — nur dass Ihnen die Baukasten-Seite am Ende nicht gehört.
Reicht eine Baukasten-Seite für Google?
Für die Suche nach Ihrem Firmennamen: fast immer. Für die Suche nach Ihrer Leistung („Elektriker Stuttgart-West“): selten — dafür fehlen meist eigene Leistungsseiten, Struktur und Tempo. Genau diese Suchen sind aber die, aus denen neue Kunden kommen.
Wie finde ich heraus, welcher Weg für meinen Betrieb passt?
Mit einem Blick von außen auf das, was da ist: Was wird gefunden, was nicht, wo gehen Anfragen verloren. Genau das ist unsere kostenfreie Unternehmensprüfung — danach wissen Sie, ob es der Baukasten, die Reparatur oder der Neubau ist.